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Als Gerhart Hauptmann nach Agnetendorf zog…   Leave a comment

Es war August des Jahres 1901 – Gerhart Hauptmann zog in seine wundervolle, grad 18 Monate lang gebaute Villa Wiesenstein in Agnetendorf ein. Zwar kam das „große Geld“ erst 11 Jahre später (1912 bekam er den Nobelpreis), das Haus Wiesenstein aber konnte sich der Autor der „Weber“ unter anderem auch dank dem Geld seiner damaligen Lebenspartnerin und späteren Gattin Margarethe Marschalk leisten.

Gestern, nach 108 Jahren nach Hauptmanns Einzug, war also in Agnetendorf, im heutigen „Städtischen Museum Gerhart-Hauptmann-Haus“ zu Hirschberg-Agnetendorf der Tag der offenen Türen. Einen ganzen Tag lang gab es Vernissagen, Konzerte, Auftritte, aber auch des schlesischen Kuchen, regionale Bücher und interessante Gespräche. Bei wundervollstem Augustwetter war es erneut eine sagenhafte Veranstaltung, die einerseits Gerhart Hauptmann popularisiert, andererseits sein ehemaliges Haus (er starb hier 1946) mit neuem Leben ausfüllt. Hier ein paar Bilder vom gestrigen Ereignis.

Turm auf Wiesenstein

Turm auf Wiesenstein

Paradieshalle

Paradieshalle

Wiesenstein02

Haus Wiesenstein

Konzert

Konzert

Pippa

Pippa

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Veröffentlicht 02/08/2009 von krkonos in Geschichte Hirschbergs, Riesengebirge

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Eugen Füllner in seinem Warmbrunner Park geehrt   Leave a comment

Norsk Pavillon

Vor einhundert Jahren – und einer Woche genau – wurden in Warmbrunn (ohne den Zusatz „Bad“ damals noch) der Füllner-Park und das sich darin befindende, nordisch gestylte Blockhaus geöffnet.  Der unterstehende Fragment stammt aus dem Beitrag Herrn Raimund Wolfert „Duplikate im Drachenstil„.

Museum für Naturkunde

Bauwerke im norwegischen Drachenstil zeichnen sich in der Regel durch horizontal aufeinander liegende massive Baumstämme aus, die auf einem Naturstein- oder Bruchsteinsockel ruhen. Meist sind sie dunkelbraun gebeizt. Die Einzelgebäude der im Drachenstil angelegten Ensembles stehen in einem rechten Winkel zu einander, und sie weisen oft überdachte Laubengänge auf, die offen um das Haus angelegt sind. Das zweite Geschoss ist nach dem Muster älterer norwegischer Vorratsspeicher meist vorkragend. Am markantesten sind indes die dekorativen Verzierungen an den Giebelseiten und Dachabschlüssen der Gebäude sowie die Tür- und Fensterverkleidungen. Hier schmücken oft Drachenköpfe oder ineinander verschlungene Drachenkörper die Bauwerke. Sie sollen die bösen Geister abschrecken und das in ihrem Schoß befindliche Gebäude vor Unheil schützen. Die plastische Drachenornamentik fand auch im Inneren der Räume Anwendung.Erstaunlich ist, dass in diesem Zusammenhang der Norwegische Pavillon im schlesischen Bad Warmbrunn noch so gut wie keine Aufmerksamkeit erhalten hat, obwohl auch er das Duplikat einer der berühmtesten Arbeiten Hansen Munthes ist. Sein Vorbild ist für viele das Paradebeispiel für den in seiner Zeit populären Drachenstil schlechthin. Das 1891 errichtete Restaurant Frognerseteren erhebt sich noch heute auf 435 Metern hoch über die norwegische Hauptstadt und erfreut sich nicht nur bei den Einwohnern Oslos, sondern vor allem bei Touristen aus allen Teilen der Welt größten Zuspruchs.

Als der weitgereiste Industrielle Eugen Füllner (1853–1925), seinerzeit Besitzer einer Warmbrunner Papiermaschinenfabrik, dieses Gebäude während eines Besuchs in Norwegen sah, war er so begeistert von ihm, dass er beschloss, ein Duplikat im heimatlichen Schlesien errichten zu lassen. 1909 wurde es der Öffentlichkeit übergeben, und bis in die fünfziger Jahre hinein diente es wie sein Osloer Zwillingsbau als Restaurant.Die Geschichte des Norwegischen Pavillons in Warmbrunn begann jedoch schon drei Jahre vor seiner Eröffnung, und wieder war der deutsche Monarch mit von der Partie, wenngleich auch nur indirekt. Am 27. Februar 1906, dem Tag der silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II. und seiner Gattin, der Kaiserin Auguste Viktoria, gab Füllner bekannt, er wolle den Einwohnern Warmbrunns einen öffentlichen Park stiften. Zu diesem Zwecke erwarb er bislang brachliegende Ländereien oberhalb seiner Fabrik am rechten Ufer des Flusses Heidewasser.(…)

Eugen Füllner entschied 1906, dass drei Hektar des von ihm erworbenen Landes für den Bau einer Wohnsiedlung für die Arbeiter seiner Fabrik dienen sollten, die übrigen 15 Hektar wies er als zukünftigen Park aus. Den ausgeschriebenen Wettbewerb zur Parkgestaltung gewann der Breslauer Landschaftsarchitekt Fritz Hanisch. Er wurde auch mit der Leitung der Erdarbeiten beauftragt, die noch im selben Herbst begannen. Es wurden zwei Teiche und Wege von insgesamt knapp 10 km Länge angelegt, zahlreiche Bäume wurden gepflanzt sowie Bänke, Lauben und Wegweiser aufgestellt. Im Laufe der Arbeiten verfestigte sich auch die Idee eines zentralen Pavillons, der den Spaziergängern als Raststätte dienen sollte, und hier gab schließlich Füllners Begeisterung für das Osloer Restaurant Frognerseteren den Ausschlag. Anhand der Originalbaupläne, die der norwegische Architekt Einar Smith (1863–1930) vermittelte, errichteten örtliche Firmen ein Zwillingsgebäude des Frognerseteren an einer Stelle, von der aus eine schöne Aussicht auf das Panorama des Riesengebirges gewährt war.

Für den Bau wurden ausschließlich einheimische Handwerker beschäftigt, und es wurde lediglich Baumaterial aus Schlesien verwendet. So stammte der Granit für die Terrasse aus dem Riesengebirge, und für das Blockhaus wurden nur Fichten in der näheren Umgebung gefällt. Das Fundament führte die in Warmbrunn ansässige Firma Karl Ansorge aus, und den hölzernen Aufbau errichtete die örtliche Zimmerei Paul Ansorge. Die Innenausstattung besorgte die Holzschnitzschule Warmbrunn, die zu ihrer Zeit ein Mittelpunkt des kunstgewerblichen Schaffens am Rand des Riesengebirges war. Auf sie gehen auch die profilierten Enden der Dachbalken sowie die Giebeldrachen am äußeren Gebäudekörper zurück. Am 18. Juli 1909 erfolgte die offizielle Einweihung des Pavillons und des ihn umgebenden »Füllner-Parks«, und fortan erinnerte auch eine Inschrift an der südlichen Seite der Terrassenmauer an die Entstehungsgeschichte des Bauwerks. Diese Inschrift ist heute jedoch nicht mehr erhalten.

Am 18. Juli 2009, also auf den Tag genau 100 Jahre nach der Eröffnung des Restaurants, wurde eine an der Terrassenmauer befestigte, neue Gedenktafel enthüllt.

Füllner 0

Füllner Tafel

900-jähriges Jubiläum Hirschbergs   Leave a comment

Im Jahr 1108 soll die Stadt Hirschberg entstanden sein. Moritz Vogt, ehemaliger Bürgermeister der Stadt schreibt in seiner „Illustrierten Chronik der Stadt Hirschberg“ (erschienen 1876) folgendes: Schon im Jahre 1002 soll sie [die Stadt Hirschberg], als ein unbedeutendes Marktfleckchen bestanden und zu dieser Zeit bereits ein Jahrmarkt in ihr abgehalten worden sein; mit Mauern soll sie von Boleslaus III. Distortus (Krzywousty, auf Deutsch Schiefmund), Herzog von Polen und Schlesien umgeben worden sein. […] Man hat ferner das Jahr 1108 als das der Befestigung des Ortes aus den Worten des Ambrosianischen Lobgesanges gefolgert, welche auf einer nicht mehr vorhandenen Tafel des Altars in der damaligen Hauptkirche aufgezeichnet gewesen waren.“ Allerdings wann genau Hirschberg die Stadtrechte verliehen bekommen hat – ist unbekannt. Nun hat man sich also auf das Jahr 1108 geeinigt, als das „Jahr der legendären Gründung“ und somit ist es 2008 an der Zeit, die damit verbundenen Festlichkeiten zu begehen.

Umsonst würden Sie aber in der Stadt nach sichtbaren Zeichen des Jubiläums suchen: Die am Rathaus und den Siebenhäusern eingesteckten Fahnen, ziemlich grässliches Plakat (siehe unten) dazu noch ausschließlich in polnischer Sprache – und „das einzigartige Wochenende“ zwischen dem 1. und 3. Mai bilden die Hauptpunkte der Feierlichkeiten. Im Programm finden wir also am 1. Mai:

– die Einführung des „Hirschberger Dukats“ mit einem Wert von 4 Zlotys (etwa 1,2 Euro), mit dem man in der Stadt und ihrem Weichbild in ausgewählten Plätzen zahlen kann,

– die Vorstellung der polnischen Übersetzung der Stadtchronik von Johann Karl Herbst („Chronik der Stadt Hirschberg in Schlesien bis 1847″),

– Jahrmarkt auf dem Ring, mit diversen Bänken und Ständen, unter anderem mit Konditoreiwaren der Hirschberger Süßbäcker,

– schließlich – ein Konzert von Jacek Szreniawa und seinen Gästen (wer das ist bleibt wohl ein großes Geheimnis).

Diese Veranstaltungen finden also zwischen 12.00 und 15.00 Uhr auf dem Markt statt, am Abend geht es musikalisch weiter und zwar im Kurpark in Warmbrunn, wo wir neben dem absoluten „Star“ Andreas Vollenweider andere Entertainer zu hören (und sehen) bekommen. Die Konzerte im Bad Warmbrunn beginnen um 17.00 Uhr.

Ein Tag später gibt es auch Musik auf dem Ring, die die Präsentation der Hirschberger Fahne und die Vorstellung der Geschichte des Stadtwappens begleiten wird. Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr.

Am 3. Mai ebenfalls um 17.00 Uhr gibt es erneut ein Konzert auf dem Marktplatz – mit der wohlbekannten in Polen Urszula Dudziak unter Teilnahme der Musiker der Philharmonie in Hirschberg.

Also nicht grad überragend diese Festlichkeiten, zumal der Großteil der Veranstaltungen bei Gott mit Hirschberg und dem Jubiläum nix am Hut haben.

Plakat 900 Jahre

Veröffentlicht 21/04/2008 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

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