Archiv für das Schlagwort ‘Hirschberg

Über den Dächern der Altstadt   Leave a comment

Von der Terrasse der Galerie „Pasaż Grodzki“ in der Altstadt von Hirschberg (Jelenia Góra).

Dachy1

4 Türme der Stadt

Dachy2

Helle Burggasse

Dachy3

Der Kaiserturm

Veröffentlicht 20/10/2011 von krkonos in Jelenia Góra/Hirschberg

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Ein Sommerspaziergang in Jelenia Góra (Hirschberg im Riesengebirge)   Leave a comment

Don Quijote

Don Quijote und Sancho Panza - modern

Hotel Mercure - groß, aber nicht wirklich empfehlenswert

Wohnhaus in einer grünen Gegend

Mietshaus aus dem J. 1899

Warenhaus: Lange Strasse Ecke Promenade

Renovierte Mietshäuser (vollendet 2011)

Industrielle Architektur

Alte Buche im Park auf dem Kavalierberg (Wzgórze Kosciuszki)

Ein Naturstein-Profil der westlichen Sudeten (mit dem Riesengebirge)

Ausschnitt aus dem Profil mit der Schneekoppe

Veröffentlicht 14/08/2011 von krkonos in Jelenia Góra/Hirschberg

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Ehem. Zisterzienserkloster in Warmbrunn – ein neues Leben   1 comment

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1404 stiftete Gotsche II. Schoff, Erbherr auf Kynast und Greiffenstein, bei den seit 1281 bekannten Heilthermalquellen die Propstei Warmbrunn. Er übertrug den Zisterziensern von Grüssau die Unterhaltung des Heilbades und das Patronatsrecht über die Pfarrei Warmbrunn. 1410 wurde die Stiftung erneuert und bestätigt, der Propst solle mit sechs und mehr Konvenutalen in einer Mönchsgemeinschaft leben. An Stelle des Gutes Warmbrunn entstand 1788 das neue Schloss der Grafen Schaffgotsch. Im 18. Jahrhundert ließ der Stiftsprior P. Joseph Beschorner das Propsteibad renovieren sowie Aufforstungen in den Wäldern vornehmen. Bei der Aufhebung der Propstei, 1810, wurde das gesamte Inventar in öffentlicher Aktion veräußert. Der Kurbetrieb ging in staatliche Hände über und wurde durch verschiedene repräsentative Bauten erweitert. 1812 wurde das Klosterkomplex von der Reichsgrafen-Familie von Schaffgotsch erworben.

Veröffentlicht 19/06/2011 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

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Impressionen aus Hirschberg: Mai, Juni 2011   Leave a comment

Boberstr

ul. Złotnicza (ehem. Boberstr.)

Wander

ul. Urocza (ehem. Wanderweg)

El-Werke

Tauron (ehem. Sitz der Niederschlesichen E-Werke)

Bellevue

Villa Bellevue (ehem. Mentzelstr.)

Teatr

Stadttheater (ehem. Kunst- und Vereinshaus)

Konditorei

Konditorei in der 1. Maja-Str. (ehem. Bahnhofstr.)

Veröffentlicht 18/06/2011 von krkonos in Geschichte Hirschbergs, Touristik

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Hirschberg und das Riesengebirge   2 comments

18-06-2011; 5:45

Graue Wolken

Veröffentlicht 18/06/2011 von krkonos in Riesengebirge, Touristik

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Kaiserturm auf dem Hirschberger Hausberg   1 comment

Schon vor mehr als hundert Jahren erinnerten nur noch sehr wenige, äußerlich kaum noch erkennbare Spuren außer dem Namen an das Haus Hirschberg, früher einmal Hyrzberg oder das Haus im Bäche-oder Pechwinkel genannt, das einst auf dem Hausberg stand. Es ging das Gerücht, dass die Kaiserlichen und die Schweden im dreißigjährigen Krieg die Gräben und Schanzen auf dem höchsten Gipfelplateau abwechselnd hier angelegt haben sollen [Schlesische Bergwacht, 1953].

Auf diesem Hügel, der 375 m hoch ist, entstand 1911 ein Aussichtsturm, der dem Kaiser Wilhelm gewidmet wurde. Schon bald gab es dort, etwas unterhalb, auch ein Restaurant mit dem schönsten Blick auf die Stadt, aufs Tal und auf das Riesengebirge. Wegen der charakteristischen Dachform wurde der Kaiserturm nach dem 2. WK von den polnischen Ansiedlern „Pilzchen“ („Grzybek“) genannt. Er verlor seine touristische Bedeutung nach dem in den 50. Jahren das Restaurant nicht mehr betrieben wurde und verfiel seit dieser Zeit zunehmend.

Im Frühling 2009 entschied sich die Stadt Hirschberg diesen (und 2 weitere Stadttürme) zu renovieren. Die Baumaßnahmen wurden Ende April 2010 beendet und seit dem 19. Mai 2010 ist der Turm für Besucher erneut sicher und einfach zu besteigen. Mir ist es erst gestern gelungen, den Wendeltreppengang zu machen. Hier ein paar Eindrücke.

Kaiserturm auf dem Hausberg

Der Kaiserturm zu Hirschberg

Die Wendeltreppe

Das Riesengebirgspanorama

Panoramen-Vergleich

Eugen Füllner in seinem Warmbrunner Park geehrt   Leave a comment

Norsk Pavillon

Vor einhundert Jahren – und einer Woche genau – wurden in Warmbrunn (ohne den Zusatz „Bad“ damals noch) der Füllner-Park und das sich darin befindende, nordisch gestylte Blockhaus geöffnet.  Der unterstehende Fragment stammt aus dem Beitrag Herrn Raimund Wolfert „Duplikate im Drachenstil„.

Museum für Naturkunde

Bauwerke im norwegischen Drachenstil zeichnen sich in der Regel durch horizontal aufeinander liegende massive Baumstämme aus, die auf einem Naturstein- oder Bruchsteinsockel ruhen. Meist sind sie dunkelbraun gebeizt. Die Einzelgebäude der im Drachenstil angelegten Ensembles stehen in einem rechten Winkel zu einander, und sie weisen oft überdachte Laubengänge auf, die offen um das Haus angelegt sind. Das zweite Geschoss ist nach dem Muster älterer norwegischer Vorratsspeicher meist vorkragend. Am markantesten sind indes die dekorativen Verzierungen an den Giebelseiten und Dachabschlüssen der Gebäude sowie die Tür- und Fensterverkleidungen. Hier schmücken oft Drachenköpfe oder ineinander verschlungene Drachenkörper die Bauwerke. Sie sollen die bösen Geister abschrecken und das in ihrem Schoß befindliche Gebäude vor Unheil schützen. Die plastische Drachenornamentik fand auch im Inneren der Räume Anwendung.Erstaunlich ist, dass in diesem Zusammenhang der Norwegische Pavillon im schlesischen Bad Warmbrunn noch so gut wie keine Aufmerksamkeit erhalten hat, obwohl auch er das Duplikat einer der berühmtesten Arbeiten Hansen Munthes ist. Sein Vorbild ist für viele das Paradebeispiel für den in seiner Zeit populären Drachenstil schlechthin. Das 1891 errichtete Restaurant Frognerseteren erhebt sich noch heute auf 435 Metern hoch über die norwegische Hauptstadt und erfreut sich nicht nur bei den Einwohnern Oslos, sondern vor allem bei Touristen aus allen Teilen der Welt größten Zuspruchs.

Als der weitgereiste Industrielle Eugen Füllner (1853–1925), seinerzeit Besitzer einer Warmbrunner Papiermaschinenfabrik, dieses Gebäude während eines Besuchs in Norwegen sah, war er so begeistert von ihm, dass er beschloss, ein Duplikat im heimatlichen Schlesien errichten zu lassen. 1909 wurde es der Öffentlichkeit übergeben, und bis in die fünfziger Jahre hinein diente es wie sein Osloer Zwillingsbau als Restaurant.Die Geschichte des Norwegischen Pavillons in Warmbrunn begann jedoch schon drei Jahre vor seiner Eröffnung, und wieder war der deutsche Monarch mit von der Partie, wenngleich auch nur indirekt. Am 27. Februar 1906, dem Tag der silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II. und seiner Gattin, der Kaiserin Auguste Viktoria, gab Füllner bekannt, er wolle den Einwohnern Warmbrunns einen öffentlichen Park stiften. Zu diesem Zwecke erwarb er bislang brachliegende Ländereien oberhalb seiner Fabrik am rechten Ufer des Flusses Heidewasser.(…)

Eugen Füllner entschied 1906, dass drei Hektar des von ihm erworbenen Landes für den Bau einer Wohnsiedlung für die Arbeiter seiner Fabrik dienen sollten, die übrigen 15 Hektar wies er als zukünftigen Park aus. Den ausgeschriebenen Wettbewerb zur Parkgestaltung gewann der Breslauer Landschaftsarchitekt Fritz Hanisch. Er wurde auch mit der Leitung der Erdarbeiten beauftragt, die noch im selben Herbst begannen. Es wurden zwei Teiche und Wege von insgesamt knapp 10 km Länge angelegt, zahlreiche Bäume wurden gepflanzt sowie Bänke, Lauben und Wegweiser aufgestellt. Im Laufe der Arbeiten verfestigte sich auch die Idee eines zentralen Pavillons, der den Spaziergängern als Raststätte dienen sollte, und hier gab schließlich Füllners Begeisterung für das Osloer Restaurant Frognerseteren den Ausschlag. Anhand der Originalbaupläne, die der norwegische Architekt Einar Smith (1863–1930) vermittelte, errichteten örtliche Firmen ein Zwillingsgebäude des Frognerseteren an einer Stelle, von der aus eine schöne Aussicht auf das Panorama des Riesengebirges gewährt war.

Für den Bau wurden ausschließlich einheimische Handwerker beschäftigt, und es wurde lediglich Baumaterial aus Schlesien verwendet. So stammte der Granit für die Terrasse aus dem Riesengebirge, und für das Blockhaus wurden nur Fichten in der näheren Umgebung gefällt. Das Fundament führte die in Warmbrunn ansässige Firma Karl Ansorge aus, und den hölzernen Aufbau errichtete die örtliche Zimmerei Paul Ansorge. Die Innenausstattung besorgte die Holzschnitzschule Warmbrunn, die zu ihrer Zeit ein Mittelpunkt des kunstgewerblichen Schaffens am Rand des Riesengebirges war. Auf sie gehen auch die profilierten Enden der Dachbalken sowie die Giebeldrachen am äußeren Gebäudekörper zurück. Am 18. Juli 1909 erfolgte die offizielle Einweihung des Pavillons und des ihn umgebenden »Füllner-Parks«, und fortan erinnerte auch eine Inschrift an der südlichen Seite der Terrassenmauer an die Entstehungsgeschichte des Bauwerks. Diese Inschrift ist heute jedoch nicht mehr erhalten.

Am 18. Juli 2009, also auf den Tag genau 100 Jahre nach der Eröffnung des Restaurants, wurde eine an der Terrassenmauer befestigte, neue Gedenktafel enthüllt.

Füllner 0

Füllner Tafel

Hinterglasmalerei im Riesengebirgsmuseum   2 comments

Die Sammlung der Hinterglasmalerei aus dem 18. und 19. Jh. im Muzeum Karkonoskie (RGV-Museum) umfasst 1359 Bilder, überwiegend Beispiele der Volkskunst aus Niederschlesien. Unbekannt ist, wie es zu der eigentlichen Entstehung dieser Kollektion gekommen ist – sie wird weder im Museumsführer von 1914, noch aus dem Jahr 1921 erwähnt. Zahlreiche Exponate sind jedoch mit dem Namen Erich Wieses gezeichnet, des Kunsthistorikers, Philosophen, 1929-1933 – Direktors des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau, schließlich Antiquitätenhändlers in Hirschberg. Bekannt ist, dass er eine imposante private Sammlung der Hinterglasmalerei besaß, somit liegt die Vermutung nahe, dass die Sammlung des Museums auf dieser auch basiert.

Die Ausstellung wird von einem wundervollen Katalog (403 Seiten) begleitet, in dem alle Hinterglasbilder der Hirschberger Sammlung vorgestellt werden. Bestimmt lohnt ein Besuch im Muzeum Karkonoskie, um diese sehr eigenartige Ausstellung zu bewundern.

Hg. Hedwig

Hg. Hedwig

Hg. Florian

Hg. Florian

Zeitgenössische Hinterglasmalerei

Zeitgenössische Hinterglasmalerei

Eine Fotoreportage von der Eröffnung der Ausstellung am Freitag (17.04.2009) ist HIER zu sehen. Sie wird bis zum 31. Mai 2009 im Museum zu bewundern sein.

Fedor Sommers Beschreibung von Hirschberg   Leave a comment

(Die Stadt ist) der natürliche Mittelpunkt des ganzen Hirschberger Tales. Hier und in seiner Nähe fließen alle Wasser der nördlichen Abdachung des Riesengebirges zusammen. Darum öffnen sich alle Täler schließlich nach diesem Punkte, und so bildet Hirschberg den Ausgangspunkt aller Wege ins Gebirge, auch den der Gebirgseisenbahnen ins Schmiedeberger- und Warmbrunner-Schreiberhauer Tal. So entstand denn auch hier schon sehr früh eine Befestigung, in deren Schutze die Stadt sich erweiterte. Die Befestigungswerke sind aber zum Glück für die Entwicklung der Stadt schon sehr früh gefallen, und an ihrer Stelle sind wie in so vielen anderen Schlesischen Städten Promenadenanlagen getreten. Die Stadt hat zu allen Zeiten viel durch Kriege gelitten. Ihr Wohlstand hob sich vom 15. Jahrhundert an durch schwunghafte Fabrikation dünner Schleier; für den Alleinhandel mit ihnen hatte sie ein Privilegium. Dieser Handel blühte, bis ihn die Napoleonischen Kriege vernichteten. An seiner Stelle ist heute Leinwand-und Holzhandel getreten, dessen Aufblühen in der natürlichen Beschaffenheit der Umgebung begründet liegt. Hirschberg weißt auch große Fabriken für Holzzementbedachung, Holzstoff, Obstwein und Fruchtsäfte, Papier und Maschinen sowie eine bedeutende Kammgarnspinnerei auf. Der Ring ist von „Lauben“ umgeben. Die Umgebung ist reich an Naturschönheiten. Die Anlagen am Kavalier-und Hausberge und an der Sattlerschlucht haben besonderen Ruf. Der lebhafte Verkehr, den der Fremdenzufluss und die Industrie gerade in Hirschbergs Umgebung hervorbringen, hat zur Anlage einer elektrischen Straßenbahn geführt, die Hirschberg mit Hermsdorf/Kynast verbindet und für Warmbrunn von besonderer Bedeutung ist.

(Fedor Sommer – „Schlesien, eine Landeskunde als Grundlage für den Unterricht“, 1913)

Karte Hirschberger Tal

Veröffentlicht 05/05/2008 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

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Die Glassammlung im Karkonoskie-Museum   Leave a comment

Die Glassammlung des ehemaligen Museums des Riesengebirgsvereins in Hirschberg gehört zu den bedeutetesten in Europa – sie zählt etwa 7000 Objekte. Sie verbindet die frühere Glasherstellung in Schlesien mit der nach dem 2. Weltkrieg in Polen. Sie ist vor allem ein kostbares Kulturgut und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Kunsterbe Europas als Zeugnis handwerklicher Kunstfertigkeit vom Anfang des 17. Jh. bis ins 20. Jahrhundert. Aufschluss darüber geben umfangreiche Aktenbestände, die sich bis heute in den polnischen Staatsarchiven befinden. Sie vertiefen den Wissensstand über die Glasherstellung und ihre Entwicklung im Hirschberger Tal, besonders im 19. und 20. Jh. Das Sammeln von Kunstglasgegenständen war bereits im Altertum beliebt. Plinius berichtet im 37. Buch seiner Naturgeschichte, dass Pompejus nach seinem Sieg über den Perserkönig Mithridates 2000 Murrinen (Millefiori) nach Rom gebracht und dem Jupiter geweiht habe. Zu den legendären Sammlungen des Altertums gehören auch. 300 Prunkgegenstände aus Glas, ehemals im Besitz der Königin Kleopatra, die in Millefiori-Technik hergestellt worden sind. Nach der Eroberung Ägyptens wurden sie nach Rom transportiert und öffentlich ausgestellt. In den Zeiten des Kaisers Augustus wurden sie versteigert.

Aus der Neuzeit sind die umfangreichen Sammlungen Kaiser Rudolf II. bekannt, eines großen und fachkundigen Mäzens der Künste in Glas- und Edelsteinveredelung. Er verlieh Caspar Lehmann das besondere Privileg, für den kaiserlichen Hof Glas veredeln zu dürfen. Lehmann war es auch, der den Edelstein-Kunstschnitt auf Glas übertragen hat. Bedeutend waren auch die Sammlungen der fürstlichen Familien Czartoryski und der reichsgräflichen Familie von Schaffgotsch.

In der Zeit nach dem Sieg über Napoleon, dem sogenannten Biedermeier (1815 – 1850) entstanden zahlreiche Kabinette mit Sehenswürdigkeiten, die ersten Privatsammlungen. In Schlesien reichte diese Zeit bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts hinein. Dem Adel folgte das reich gewordene Bürgertum, das die Produktion von Glas nach dem damaligen Zeitgeschmack beeinflusste. Heute empfinden wir die damals hergestellten Gegenstände als zu schwer in der Form oder von ungünstigen Proportionen. Die geschnittenen Szenen wirken naiv oder zu idyllisch. Aber diese Zeit spiegelt Neigungen der Romantik wieder. Denken wir nur an die vielen lyrischen Briefe oder an die romantischen Werke der Kammermusik. Man ist in Symbole verliebt, denkt aber nicht nur an des Lebens Schönheiten, sondern auch an dessen Vergehen. Dies widerspiegelt sich auch in der Kunst der Glasveredlung.

Es wurde Mode, schöne Prunkgegenstände zu sammeln. Reiche und besondere Funde bei Ausgrabungen in Ägypten, Kreta und Griechenland regten Kunstliebhaber in Mitteleuropa an, eigene Sammlungen zu schaffen. Aus den privaten Sammlungen entstanden Initiativen zum Aufbau öffentlicher Museen, die solchen Sammlungen gewidmet wurden

Im Hirschberger Tal ist auf diese Weise sehr früh eine reiche und vielfältige Sammlung des Grafen Leopold Schaffgotsch in Warmbrunn entstanden. Bestandteil seiner Sammlung waren u.a. sehr kostbare, in Edelstein oder in dickwandiges Glas geschnittene Pokale und Fußschalen von Friedrich Winter. Erwähnt sei auch die damalige Sammlung von Kunstgegenständen im Schloss Fischbach. Dort verwahrte die preußische Königsfamilie kostbare Glasgegenstände aus der Josephinenhütte, die man auf den Gewerbeausstellungen in Berlin oder Breslau erworben hatte.

Von der Gründung einer Privatsammlung bis zur Eröffnung eines Museums, einer öffentlichen Sammlung, sollten im Hirschberger Tal noch Jahre vergehen.

Im Jahre 1880 wurde hier der Riesengebirgsverein gegründet, der von Anfang an Kunstgegenstände aus dieser Region sammelte. Nach dem allmählichen Anwachsen des Bestandes wurde eine angemessene Ausstellungsmöglichkeit gesucht.

1909 hat der Vorstand des RGV beschlossen, ein eigenes Museumsgebäude errichten zu lassen, das speziell für die RGV-Sammlungen zugeschnitten sein sollte. Man entschied sich für den Entwurf des Breslauer Architekten Karl Grosser.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte die preußische Regierung im Regierungsbezirk Liegnitz die Absicht, in Hirschberg ein Museum bauen zu lassen. Grundausstattung sollte die Sammlung des Barons Heinrich Wilhelm Minutoli sein. Er war Regierungsbeauftragter für die Industrialisierung Schlesiens. Leider verkauften seine Erben die Sammlungen nach Berlin, Grundstock des dortigen Kunstgewerbemuseums.

Bis 1945 konnte man im Riesengebirgsmuseum kunstvoll geschnittene Glaspokale der Brüder Christian Gottfried und Samuel Schneider bewundern, vorzügliche Beispiele aus anderen Warmbrunner Werkstätten, unter denen die Arbeiten von Johann Benjamin Reichstein, Carl und Paul Hensel, Ehrenfried Pauser zu nennen sind und Objekte von Friedrich Wilhelm Siebenhaar, dem bekanntesten Wappen-, Siegel- und Glasschneider, dessen Hochreliefkunst (sog. Kamee) unübertroffen war.

Die Glassammlung im RGV-Museum umfasste vor dem Krieg ca. 2000 Objekte. Leider sind viele Gegenstände verschollen. Viele Objekte wurden ausgelagert in das Nationalmuseum in Breslau oder Warschau. Noch heute sind Gegenstände mit den Inventar-Nummern des RGV-Museums versehen. Das Stadtmuseum wurde für die Besucher 1947 wiedereröffnet. Bei der Bestandsaufnahme stellte man fest, dass ca. 700 Glasobjekte erhalten geblieben sind. Sie tragen andere Inventar-Nummern als die Objekte, die man danach erworben hat.

1964 hat eine Sonderkommission des Kultus- und Kunstministeriums unter Leitung von Dr. Maria Starzewska, der ersten Nachkriegs-Direktorin des Schlesischen Museums in Breslau, entschieden, dass sich das Regionalmuseum in Hirschberg auf die Präsentation von Glas spezialisieren soll. Man begründete dies durch die lange Tradition der Glasherstellung und Veredelung in dieser Region.

Die Sammlung entwickelte sich zusehends in der Amtszeit von Direktor Henryk Szymczak, der unermüdlich Mittel einwarb, um Gläser kaufen zu können. Dabei unterstützte ihn insbesondere Mieczysław Buczyński (1941-2005), der seit 1967 Kustos dieser Sammlung war.

Gegenwärtig erstreckt sich die Sammlung auf 350 qm Raumfläche und auf fünf Räume mit insgesamt 130 Vitrinen. Zu sehen sind, neben einem Abriss der Entwicklungsgeschichte in der Glasproduktion, über 1300 Objekte. Darunter finden sich Barock- und Rokoko-Pokale mit besonderem Dekor und mit Inschriften, dickwandige, konische Becher und zylindrische Pokale mit Veduten der schlesischen Kurorte: Warmbrunn, Salzbrunn, Landeck und Flinsberg, zahlreiche Karaffen und Reiseflaschen. Die meisten Objekte aus Milchglas stammen aus der alten Sammlung des RGV-Museums, ihr Bestand wurde kaum erweitert.

Die heutige Sammlung zeigt Gläser aus dem Biedermeier, dem Historismus, aus der Zeit der Sezession und des Art-Deco. Diese Glasobjekte aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. stammen aus dem Museum der Josephinenhütte (ehemals in Schreiberhau) und der Fritz-Heckert Glasfabrik in Petersdorf.

In der Dauerausstellung wird ein breites Spektrum der Buntglas-Herstellung gezeigt: in der Masse gefärbt oder bunt überfangen oder Lasurglas oder mit transparenter oder Opak-Email, rosa Gläser, Gold gefärbt, rote Gläser, mit Kupfermonoxid oder mit Gold gefärbt, grünes Glas mit reichem Farbenspektrum je nach eingesetztem Metallmonoxid. Zu dieser Gruppe zählt man olivgrünes Glas (Eisenmonoxid), smaragdgrünes Glas (Kupfermonoxid), oder Grünglas mit Zusatz von Uranmonoxid, der dem Glas eine blaue Farbe gibt. Weiterhin gehören dazu schwarze Hyalith-Gläser aus südböhmischen Hütten des Grafen Bouquy sowie sog. Metall- Glas aus österreichischen Hütten des Joseph Zichs Patent-Glas. Zur Glassammlung aus der Biedermeierzeit gehören zahlreiche geschnittene Becher mit den für diese Epoche typischen Motiven und mit Genreszenen. In der Sammlung gibt es auch Patent-geschützte Gläser von Friedrich Egermann, seine berühmten „Lythialinen“ und ein Milchglasschokoladenservice mit Chamoye-Malerei. Erwähnt werden müssen unbedingt die Filigran-und Vedutengläser, das Milchglas mit Emailmalerei und das Alabasterglas aus der Josephinenhütte.

Die größte Glassammlung der Welt ist zweifelsfrei im Glasmuseum in Passau untergebracht; auf über 5ooo Quadratmeter Grundfläche sind über 15.000 verschiedene Glasobjekte aus der Zeit von 1700 bis 1950 untergebracht, Eigentum von Georg und Peter Höltl. In der Glasabteilung des Karkonoskie-Museums in Hirschberg werden auch Gläser der Sezession aus lothringischen, böhmischen, österreichischen und deutschen Hütten gesammelt. Besonders zahlreich sind böhmische Glasobjekte vertreten, darunter Veredelungen aus Kamenicky, Senov und Novy Bor, sowie Erzeugnisse der südböhmischen Hütten Loetz-Witwe, Kralik und Söhne, Habel, Pallme-König u. Kostany und der nordböhmischen Hütte des Grafen Harrach in Neuwelt.

1995 wurden dem Museum zu Hirschberg weitere 1188 Objekte aus der ehem. Josephinenhütte übergeben. Unter ihnen sind Beispiele der künstlerischen Avantgarde aus den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jh. Sie bestätigen das hohe Niveau, auf dem schlesische Hütten gearbeitet haben und sind ein Zeugnis ihrer technologischen Entwicklung.