Archiv für April 2009

Der fürstlich-ritterliche Wohnturm zu Siedlęcin (Boberröhrsdorf)   Leave a comment

Der Wohnturm zu Siedlęcin (Boberröhrsdorf) ist eines der prachtvollsten Bauwerke dieser Art in Mitteleuropa. Die meisten Forscher datieren seine Erbauung in die Jahre 1313-1314 und bringen sie mit der Bauherrentätigkeit des Fuersten Heinrich I. von Jauer zusammen. Die Fürstin Agnes von Habsburg, die Witwe des Fuersten Bolko II. von Schweidnitz, hat im Jahr 1368 oder 1369 das Gut Boberröhrsdorf an den Ritter Jenschin von Redern verkauft. Um 1368-1369 wurden die Wappen der Familie von Redern und von Zedlitz hinzugefügt. Die Familie von Redern herrschte in Boberröhrsdorf bis zum Ende des 15. Jahrhunderts.

Ritterturm

Ritterturm

Bis zum 16. Jh. war der Turm ohne Dach und hatte nur 3 Stockwerke. Im 16. Jh. (circa 1575) wurde er um ein Geschoss erhöht und dabei sind die Schießscharten vermauert worden. Der Turm wurde dann mit einem Schindelwalmdach bedeckt. Ein paar Fensteröffnungen sind dabei entstanden und in jedem Stockwerk wurden Erker errichtet, die die Funktion von Latrinen übernahmen. Ein weiterer Umbau fand im 18. Jh. statt. An der Südwand wurde ein Hinterhaus angebaut, wobei der Wassergraben zum Teil zugeschüttet wurde. Gegen Ende des 19. Jh. wurden die ersten Restaurierungsarbeiten und eine Überholung des Dachverbandes und des Daches vorgenommen.

Die mittelalterliche Polychromie, die den großen Saal ausschmückt, wurde 1880 entdeckt und 1936 von allen deckenden Schichten befreit. Stellenweise waren diese dilettantisch übermalt gewesen. Die Wände im zweiten Stockwerk sind auf einer Gesamtfläche von 33 qm bemalt. Die verwendete Technik besteht darin, dass der trockene Putz mit den mit Kalkwasser bespritzten Farbstoffen bedeckt wurde (al secco).

Fuerst Heinrich I. von Jauer (der Sohn des Fürsten Bolko I. von Schweidnitz) dürfte das ideelle Programm der Wandmalereien inspiriert und finanziert haben. Die Malereien werden im Zeitraum 1345-1346 entstanden sein. Der Autor der Gemälde in Boberröhrsdorf stammte aus dem Gebiet der heutigen Nordschweiz.
Aus unerklärlichen Gründen hatte man die Dekorarbeiten im Turm unterbrochen, wiewohl noch im selben 14. Jh. Versuche unternommen wurden, die Arbeiten fortzuführen, die jedoch von einem anderen Maler geschaffen wurden. Seine Zeichnungen sind auch nicht fertig geworden.

Die Wandgemälde sind auch hinsichtlich ihres weltlichen Inhalts einzigartig, denn sie stellen Szenen aus dem damaligen Hof- und Ritterleben dar. Sie sind die einzigen mittelalterlichen Malereien in Europa, die die Geschichte eines der Ritter der Tafelrunde – Herrn Lancelot vom See, zeigen.

Die Darstellungen haben auch einen moralisierenden Hintergrund. Hl. Christophorus ist der Schutzherr aller Ritter und ein Muster der standhaften Treue gegenüber seinem Herrn – Christus, also das Muster eines guten Christen und Vasallen. Man sollte nicht vergessen, dass Lancelot , durch seine sündhafte Liebe zu Gunever, untreu gegen Artus war.

Interessant ist auch die Szene mit den Toten in ihren Gräbern und den darüber platzierten Paaren – einem Ritter und einer Jungfrau einerseits und einem Ritter und einer Verheirateten andererseits. Die Boberröhrsdorfer Malereien waren früher, wegen dilettantischer Übermalungen, als Epos von Ritter Ivein und die Geschichte der Stiftung des Zisterzienserklosters in Grüssau schlecht interpretiert worden.

Seit Dezember 2001 ist der Turm zu Boberröhrsdorf im Besitz der Stiftung „Schloss Chudow“. In 2006 wurden die mittelalterlichen Malereien renoviert.

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Veröffentlicht 30/04/2009 von krkonos in Geschichte Hirschbergs, Riesengebirge

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Der Maianfang im Hirschberger Tal und Riesengebirge   Leave a comment

Wenn man das kommende Wochenende im niederschlesischen Hirschberger Tal, am Fuße der Schneekoppe verbringt, dann ist da was los. In Polen sind sowohl der 1. Mai als auch der 3. Mai Feiertage (nun gut, dieses Jahr fällt der Nationalfeiertag auf einen Sonntag). Hier ein paar ausgewählte Ideen:

III WOJANOWSKI PIKNIK MAJOWY
3. Schildauer Mai-Picknick
(3. Mai 2009 ab 12:00 bis 19:00 Uhr im Schlosspark und im Schloss)

Viele Attraktionen für ganze Familien:

  • Festival der Blasorchester und Big-Bands mit den bekanntesten Orchestern aus Niederschlesien.
  • Rundfahrten im „Tal der Schlösser und Gärten“ – die Schlösser Paulinum, Stonstorf, Lomnitz, Schildau. Überquerung des Bobers mit der Fähre (zwischen Schloss Schildau und Schloss Lomnitz). Die Busabfahrt erfolgt am Schloss Paulinum, stündlich von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr ; Fahrpreis: 10 PLN für Erwachsene, 5 PLN für Kinder bis 12. Lebensjahr (entsprechend: € 3,50 und € 1,75). Eine Grillwurst und Getränk im Schloss Schildau im Preis inbegriffen.
  • Auf dem Hof des Schlosses Schildau ausgezeichnete Speisen vom Grill.
  • Spiele und Wettbewerbe für Kinder und Erwachsene (Kletterwand, Paintball-Schießen).
  • Kutschen und  Pferdereiten.

Weitere Infos finden Sie HIER.

Schreiberhau (Szklarska Poręba):

Freitag, den 1. Mai
CLUB JAZGOT (Unterhaltungslokal)

21:00 Uhr – 15 Jahre im All – Kosmos Mega Sound System, mit den DJ Jasiek und geladene Gäste: ROYALE PUNK, DJ SIWY, JOINT VENTURE SOUND SYSTEM (Disco). Gern gesehen lustige Verkleidung.

Eintritt: 5 PLN (verkleidet), 15 PLN (im 08/15-Textil) – entsprechend €: 1,20 und 3,60

Samstag, den 2. Mai
Stadtpark ESPLANADA
– 14:00-16:00 Uhr – Auftritte der Grundschulkinder
– 16:00-17:00 Uhr – Konzert der Band „W TYM SĘK“
– 17:00-18:00 Uhr – Konzert der „BIG BAND“
– 18:00-20:00 Uhr – Kokopelli Sound System
– 20:00-24:00 Uhr – „EASTWEST ROCKERS“, KOSMOS MEGA SOUND SYSTEM – 15. Jahrestag der Bühnenaktivität

Sonntag, den 3. Mai
Stadtpark ESPLANADA

14:00-14:30 Uhr – Auftritt der Kinder aus der Kita 1. und 2
15:00-16:00 Uhr – Offene Bühne
16:00-16:30 Uhr – Tanzshow der Gruppe HIP HOP
16:30-17:30 Uhr – Gesellschaftstanz -Vorführung
17:30-18:00 Uhr – Konzert der Band „DRUIDZI“
18:00-19:30 Uhr – Konzert der Band „BALKAN SEVDAH“

Krummhübel (Karpacz)

Freitag, den 1.05.2009
Für die Aktiven – MOUNTAINBIKE-Marathon
Start um 10:00 Uhr (Strecke: 81 km); 11:00 Uhr (Strecke: 45 km); 11:00 Uhr (Strecke: 11 km).
Samstag, den 2. Mai, 20:30 Uhr – Stadtstadion
Konzert der populären polnischen Gruppe Feel; Eintritt: 30 PLN (etwa € 6,50) und 40 PLN (etwa € 8,50).

Immer sehenswert:
Miniaturenpark der niederschlesichen Baudenkmäler in Schmiedeberg (Kowary, Gelände der ehem. Teppichfabrik ‚Smyrna‘); Öffnungszeiten 9:00 bis 18:00 Uhr.
Die Besichtigung des Parks dauert ca. eine Stunde. Die Besucher werden von den Parkführern über die Besonderheiten der Objekte in deutscher Sprache informiert. Das Fotografieren im Park es ist erlaubt und kostenlos. Im Parkcafé und im Parkladen bekommt man besonders guten Kaffee, dort sind auch Bücher, Karten, Geschenke, Videokassetten sowie Ansichtskarten zu kaufen. Der Parkplatz ist kostenlos.
Eintrittspreise:
Erwachsene – 15 PLN (etwa € 3,50)
Senioren, Studenten und Behinderten – 13 PLN (etwa € 2,80)
Jugendliche bis 18 Jahre – 11 PLN (etwa € 2,50)
Kinder bis 14 Jahre – 10 PLN (etwa € 2,10)
Gruppen über 15 Personen 10% Ermäßigung

Der Riesengebirgskamm mit der Schneekoppe
Sessellift aus Krummhübel (Karpacz) bis zu der Kleinen Koppe, dann etwa 1 Stunde Wanderung bis zur Schneekoppe – 225 Höhenmeter (das letzte Stück ab Schlesierhaus – Dom Śląski ziemlich beschwerlich). Alternativ – eine schöne Kammwanderung im böhmischen und schlesischen Riesengebirge.
Fahrkarten für den Lift:
Einfach – für Erwachsene: 20 PLN (etwa € 4,70), mit Ermäßigung: 17 PLN (etwa € 3,90).
Rückfahrkarte – entsprechend: 25 und 21 PLN (€ 5,80 und 4,90).

Der Reifträger von Oberschreiberhau – Doppelsessellift, 2 Sektionen
Preis je nach Konfiguration:
Erwachsene: ab 16,50 bis 29,00 PLN (€ 3,80 bis 6,80)
Kinder: ab 11,50 bis 22,50 PLN (€ 2,70 bis 5,20)

Vie Spaß und… gutes Wetter!

Veröffentlicht 28/04/2009 von krkonos in Riesengebirge, Touristik

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Hinterglasmalerei im Riesengebirgsmuseum   2 comments

Die Sammlung der Hinterglasmalerei aus dem 18. und 19. Jh. im Muzeum Karkonoskie (RGV-Museum) umfasst 1359 Bilder, überwiegend Beispiele der Volkskunst aus Niederschlesien. Unbekannt ist, wie es zu der eigentlichen Entstehung dieser Kollektion gekommen ist – sie wird weder im Museumsführer von 1914, noch aus dem Jahr 1921 erwähnt. Zahlreiche Exponate sind jedoch mit dem Namen Erich Wieses gezeichnet, des Kunsthistorikers, Philosophen, 1929-1933 – Direktors des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau, schließlich Antiquitätenhändlers in Hirschberg. Bekannt ist, dass er eine imposante private Sammlung der Hinterglasmalerei besaß, somit liegt die Vermutung nahe, dass die Sammlung des Museums auf dieser auch basiert.

Die Ausstellung wird von einem wundervollen Katalog (403 Seiten) begleitet, in dem alle Hinterglasbilder der Hirschberger Sammlung vorgestellt werden. Bestimmt lohnt ein Besuch im Muzeum Karkonoskie, um diese sehr eigenartige Ausstellung zu bewundern.

Hg. Hedwig

Hg. Hedwig

Hg. Florian

Hg. Florian

Zeitgenössische Hinterglasmalerei

Zeitgenössische Hinterglasmalerei

Eine Fotoreportage von der Eröffnung der Ausstellung am Freitag (17.04.2009) ist HIER zu sehen. Sie wird bis zum 31. Mai 2009 im Museum zu bewundern sein.

Ostern   1 comment

ostern

ostern

Veröffentlicht 12/04/2009 von krkonos in Uncategorized

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