Archiv für Dezember 2008

Gedenktafeln der Opfer der Deutschen sollen Deutsche als Täter ausweisen   Leave a comment

Höre ich da (nicht nur in diesem Beitrag) eine Nute der Empörung??? Wenn ja – verstehe ich diese nicht. Der Artikel aus Jungefreiheit (aber auch „Die Welt“ hat ähnliches im Ton gebracht) lautet:

In Polen sollen Verbrechen der Nationalsozialisten eindeutig als von Deutschen begangene Taten gekennzeichnet werden (…) Hintergrund ist die jahrzehntelang eingeführte Praxis, die Täter als „Hitleristen“ (polnisch „hitlerowcy“) oder „Nazis“ („naziści“) zu bezeichnen. Das betrifft insbesondere Hinweistafeln, die in Polen an Orten von NS-Verbrechen angebracht oder aufgestellt sind.

Der IPN-Vorsitzende Kurtyka hat jetzt in einem Brief an alle Gemeindeverwaltungen des Landes vorgeschlagen, auf Gedenktafeln neben die Worte „Hitleristen“ und „Nazis“ obligatorisch das Adjektiv „deutsch“ hinzuzufügen.

Die Rede von den „polnischen Konzentrationslagern“

„Nach Gründung der DDR 1949 begann die Regierung der Volksrepublik, die deutschen Verbrechen als ‘Hitler- oder Nazi-Verbrechen’ zu bezeichnen“, sagte IPN-Sprecher Andrzej Arseniuk. „Das war eine von politischen Rücksichten diktierte Entscheidung.“

In dem Schreiben an die Gemeinden erinnerte das IPN daran, daß es dank der Unesco gelungen sei, in den offiziellen Namen des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau das Attribut „deutsch“ aufzunehmen. Der Angabe der Nationalität von Verbrechern komme gegenwärtig eine besondere Bedeutung zu, denn in verschiedenen Ländern gebe es eine „konsequente Politik, die Nationalität der Täter zu verschleiern, um anderen Völkern eine Mitverantwortung am Völkermord zuzuschieben“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Ausländischen Touristen könnte suggeriert werden, es handle sich um polnische Nazis. Bestätigt werde dies durch westliche Berichterstattung, in der wiederholt von „polnischen Konzentrationslagern“ die Rede sei, beklagte Arseniuk.

Nun, meine Damen und Herren, auch wenn „Nationalsozialisten“ besser klang, so hat sich niemand von meinen deutschen Gästen der damaligen Jahrgänge dazu bekannt: „Ich war nie in der NSDAP“, „Ich war Krankenpfleger“, „Ich war nur in der Flak in Berlin“ (Dresden, Köln usw…) oder „Ich wurde zwangsgemustert“, oder sogar „Ja, ich war in Polen, hab aber keinen einzigen Schuß abgefeuert“. Ich frage mich dann, aus wem denn die damalige Wehrmacht bestanden haben mag, wer war in der SS, in der Waffen SS (Grass war natürlich auch ganz zufällig da reingeraten), in der Organisation Todt und – last but not least – in der GeStaPo? Keine Deutschen? Nur Nazionalsozialisten??? Wie bequem und einfach! Die Forderung von Kurtyka – auch wenn ziemlich verspätet – ist schon berechtigt. Die heutige Jugend MUSS wissen, was sich hinter den Begriffen „hitlerowcy“ und „naziści“ verbirgt, oder besser gesagt – wer sich dahinter verborgen hat. Somit wird auch die geschichtliche Auseinadersetzung beider Völker voran getrieben.

Advertisements

Veröffentlicht 11/12/2008 von krkonos in Uncategorized