Die Geschichte des Riesengebirgsverein-Museums (Teil 1)   1 comment

In der heutigen Matejki Straße (Kaiser-Friedrich-Straße), direkt am Fuße des Kavalierbergs (heute: Wzgórze Kosciuszki) befindet sich ein ziemlich unscheinbares Gebäude mit dem Schriftzug „MUZEUM“. Auf der Frontwand, links vom Eingang eine bescheidene Tafel mit dem zweisprachigen Text: „Dr. Hugo Seydel – Gründer des Museums in Hirschberg“. Das Gebäude wurde 1912-1914 errichtet, die feierliche Eröffnung des Museums erfolgte am 14. April 1914. Wohlgemerkt: der RGV hatte bereits vor diesem Datum Räumlichkeiten angemietet, in den Exponate aus der RGV-Kollektion zu sehen waren. Lassen wir jedoch den Gründer selbst erzählen:Der Gedanke, ein eigenes Haus zur Unterbringung unseres Museums zu erwerben, beschäftigte mich schon lange. Wie aber sollte das ausgeführt werden? Der Riesengebirgsverein war finanziell nicht in der Lage, hierfür erhebliche Aufwendungen zu machen. Sollte ein vorhandenes Haus erworben, oder ein Neubau ausgeführt werden? Zeit war nicht zu verlieren, die Notlage drängte zu Entschlüssen: Zunächst musste der RGV dem Plan zustimmen. Dies geschah im Jahr 1909. […] In den Jahren 1909 u. 1910 wurden mir verschiedene Gebäude in Hirschberg und Kunnersdorf zum Kauf angeboten, von denen keines meinen Wünschen entsprach. Mir wurde sehr bald klar, dass nur ein neu zu errichtender Bau den zu stellenden Anforderungen genügen könne. Als besonders geeignet erachtete ich einen am Ende der Kaiser Friedrichstraße gelegenen, der Stadt Hirschberg gehörigen Platz, der nebenbei den großen Vorzug für mich hatte, dass er ganz nahe meiner Wohnung (Bergstr. 5) lag. Meine Besprechungen mit Bürgermeister Hartung, der unserem Hauptvorstand als Mitglied angehörte, ergeben seine Geneigtheit für diesen Plan. […] [Architekt und Baurat] Grosser erklärte sich darauf sofort bereit, einen neuen Bauplan zu entwerfen und für den Fall seiner Annahme, auch bei der Ausführung mitzuwirken; es sei die für ihn um so leichter möglich, als er im nächsten Jahr einen bedeuteten Umbau in dem Schloss Paulinum in Hirschberg, auszuführen habe. […] Baurat Grosser besichtigte den Bauplatz und äußerte als sehr erwünscht, dass derselbe nach Norden zu erweitern werde. Ich verhandelte deshalb mit dem Eigentümer des angrenzenden Grundstückes Maurermeister Lange, der sich bereit fand, die erforderlichen 348 qm Land abzutreten unter der Bedingung, dass seinem Sohn, der das väterliche Baugeschäft übernommen hatte, die Bauausführung übertragen werde. […] Nach dem Kostenvoranschlag sollte der Bau etwa 100 000 M. kosten. Dazu würden dann noch die Auslagen treten, die die innere Einrichtung u. die Anlage des Gartens erforderten. […] Im Oktober 1913 war der ganze Bau vollendet, so dass die polizeiliche Abnahme erfolgen konnte. Ende August 1913 war die Einrichtung der Innenräume nebst der Aufstellung der neuen Schauschränke und Schautische soweit beendet, dass mit dem Umräumen aus dem alten nach dem neuen Quartier begonnen werden konnte. Am 31. August 1913 wurde das Museum in dem Haus Schulstraße 12 an der Promenade geschlossen. […] Als Tag der Eröffnung des Museums war der 14. April 1914 – der dritte Osterfeiertag bestimmt worden und konnte auch an diesem Termin festgehalten werden. Viel freundliches und liebes ist mir an diesem Tag erwiesen worden, eine besondere Ehrung war für mich, dass mir durch Oberbürgermeister Hartung bei der Feier eröffnet wurde, dass Magistrat und Stadtverordnete einstimmig beschlossen hätten, einer in der Nähe des Museums vorbeiführenden Straße meinen Namen zu geben [heute: Chełmońskiego-Straße]“.

Kavalierberg

Der Weg zum Kavalierberg um 1904 (später entsteht auf der rechten Seite das Museum).

Erstes Projekt des RGV-Museums

Erster Entwurf des Museumsgebäudes.

Ansichtskarte RGV-Museum

Ansichtskarte mit dem RGV-Museum.

Advertisements

Veröffentlicht 22/04/2008 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

Getaggt mit ,

Eine Antwort zu “Die Geschichte des Riesengebirgsverein-Museums (Teil 1)

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Grüß Gott aus dem württembergischen Allgäu – vielen Dank für das sorgfältige Zusammenstellen ! Mein Vater ist 1923 noch in der Heimstraße (ul.Rodzinna) geboren, er starb 1968, so daß ich jetzt vielleicht stärker an Hirschberg und Umgebung interessiert bin. Außerdem haben wir hier noch eine der beiden RGV-Gruppen, die in Süddeutschland übrig sind. Von Wangen (556m) bis zur 1.Kette (Hochgrat, 1803m) in 30 km haben wir auch 1250 m Höhendifferenz! Wangen war ganz kurz „Patenstadt“ von Hirschberg (1953-1956) !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: