Archiv für April 2008

Die Glassammlung im Karkonoskie-Museum   Leave a comment

Die Glassammlung des ehemaligen Museums des Riesengebirgsvereins in Hirschberg gehört zu den bedeutetesten in Europa – sie zählt etwa 7000 Objekte. Sie verbindet die frühere Glasherstellung in Schlesien mit der nach dem 2. Weltkrieg in Polen. Sie ist vor allem ein kostbares Kulturgut und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Kunsterbe Europas als Zeugnis handwerklicher Kunstfertigkeit vom Anfang des 17. Jh. bis ins 20. Jahrhundert. Aufschluss darüber geben umfangreiche Aktenbestände, die sich bis heute in den polnischen Staatsarchiven befinden. Sie vertiefen den Wissensstand über die Glasherstellung und ihre Entwicklung im Hirschberger Tal, besonders im 19. und 20. Jh. Das Sammeln von Kunstglasgegenständen war bereits im Altertum beliebt. Plinius berichtet im 37. Buch seiner Naturgeschichte, dass Pompejus nach seinem Sieg über den Perserkönig Mithridates 2000 Murrinen (Millefiori) nach Rom gebracht und dem Jupiter geweiht habe. Zu den legendären Sammlungen des Altertums gehören auch. 300 Prunkgegenstände aus Glas, ehemals im Besitz der Königin Kleopatra, die in Millefiori-Technik hergestellt worden sind. Nach der Eroberung Ägyptens wurden sie nach Rom transportiert und öffentlich ausgestellt. In den Zeiten des Kaisers Augustus wurden sie versteigert.

Aus der Neuzeit sind die umfangreichen Sammlungen Kaiser Rudolf II. bekannt, eines großen und fachkundigen Mäzens der Künste in Glas- und Edelsteinveredelung. Er verlieh Caspar Lehmann das besondere Privileg, für den kaiserlichen Hof Glas veredeln zu dürfen. Lehmann war es auch, der den Edelstein-Kunstschnitt auf Glas übertragen hat. Bedeutend waren auch die Sammlungen der fürstlichen Familien Czartoryski und der reichsgräflichen Familie von Schaffgotsch.

In der Zeit nach dem Sieg über Napoleon, dem sogenannten Biedermeier (1815 – 1850) entstanden zahlreiche Kabinette mit Sehenswürdigkeiten, die ersten Privatsammlungen. In Schlesien reichte diese Zeit bis in die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts hinein. Dem Adel folgte das reich gewordene Bürgertum, das die Produktion von Glas nach dem damaligen Zeitgeschmack beeinflusste. Heute empfinden wir die damals hergestellten Gegenstände als zu schwer in der Form oder von ungünstigen Proportionen. Die geschnittenen Szenen wirken naiv oder zu idyllisch. Aber diese Zeit spiegelt Neigungen der Romantik wieder. Denken wir nur an die vielen lyrischen Briefe oder an die romantischen Werke der Kammermusik. Man ist in Symbole verliebt, denkt aber nicht nur an des Lebens Schönheiten, sondern auch an dessen Vergehen. Dies widerspiegelt sich auch in der Kunst der Glasveredlung.

Es wurde Mode, schöne Prunkgegenstände zu sammeln. Reiche und besondere Funde bei Ausgrabungen in Ägypten, Kreta und Griechenland regten Kunstliebhaber in Mitteleuropa an, eigene Sammlungen zu schaffen. Aus den privaten Sammlungen entstanden Initiativen zum Aufbau öffentlicher Museen, die solchen Sammlungen gewidmet wurden

Im Hirschberger Tal ist auf diese Weise sehr früh eine reiche und vielfältige Sammlung des Grafen Leopold Schaffgotsch in Warmbrunn entstanden. Bestandteil seiner Sammlung waren u.a. sehr kostbare, in Edelstein oder in dickwandiges Glas geschnittene Pokale und Fußschalen von Friedrich Winter. Erwähnt sei auch die damalige Sammlung von Kunstgegenständen im Schloss Fischbach. Dort verwahrte die preußische Königsfamilie kostbare Glasgegenstände aus der Josephinenhütte, die man auf den Gewerbeausstellungen in Berlin oder Breslau erworben hatte.

Von der Gründung einer Privatsammlung bis zur Eröffnung eines Museums, einer öffentlichen Sammlung, sollten im Hirschberger Tal noch Jahre vergehen.

Im Jahre 1880 wurde hier der Riesengebirgsverein gegründet, der von Anfang an Kunstgegenstände aus dieser Region sammelte. Nach dem allmählichen Anwachsen des Bestandes wurde eine angemessene Ausstellungsmöglichkeit gesucht.

1909 hat der Vorstand des RGV beschlossen, ein eigenes Museumsgebäude errichten zu lassen, das speziell für die RGV-Sammlungen zugeschnitten sein sollte. Man entschied sich für den Entwurf des Breslauer Architekten Karl Grosser.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte die preußische Regierung im Regierungsbezirk Liegnitz die Absicht, in Hirschberg ein Museum bauen zu lassen. Grundausstattung sollte die Sammlung des Barons Heinrich Wilhelm Minutoli sein. Er war Regierungsbeauftragter für die Industrialisierung Schlesiens. Leider verkauften seine Erben die Sammlungen nach Berlin, Grundstock des dortigen Kunstgewerbemuseums.

Bis 1945 konnte man im Riesengebirgsmuseum kunstvoll geschnittene Glaspokale der Brüder Christian Gottfried und Samuel Schneider bewundern, vorzügliche Beispiele aus anderen Warmbrunner Werkstätten, unter denen die Arbeiten von Johann Benjamin Reichstein, Carl und Paul Hensel, Ehrenfried Pauser zu nennen sind und Objekte von Friedrich Wilhelm Siebenhaar, dem bekanntesten Wappen-, Siegel- und Glasschneider, dessen Hochreliefkunst (sog. Kamee) unübertroffen war.

Die Glassammlung im RGV-Museum umfasste vor dem Krieg ca. 2000 Objekte. Leider sind viele Gegenstände verschollen. Viele Objekte wurden ausgelagert in das Nationalmuseum in Breslau oder Warschau. Noch heute sind Gegenstände mit den Inventar-Nummern des RGV-Museums versehen. Das Stadtmuseum wurde für die Besucher 1947 wiedereröffnet. Bei der Bestandsaufnahme stellte man fest, dass ca. 700 Glasobjekte erhalten geblieben sind. Sie tragen andere Inventar-Nummern als die Objekte, die man danach erworben hat.

1964 hat eine Sonderkommission des Kultus- und Kunstministeriums unter Leitung von Dr. Maria Starzewska, der ersten Nachkriegs-Direktorin des Schlesischen Museums in Breslau, entschieden, dass sich das Regionalmuseum in Hirschberg auf die Präsentation von Glas spezialisieren soll. Man begründete dies durch die lange Tradition der Glasherstellung und Veredelung in dieser Region.

Die Sammlung entwickelte sich zusehends in der Amtszeit von Direktor Henryk Szymczak, der unermüdlich Mittel einwarb, um Gläser kaufen zu können. Dabei unterstützte ihn insbesondere Mieczysław Buczyński (1941-2005), der seit 1967 Kustos dieser Sammlung war.

Gegenwärtig erstreckt sich die Sammlung auf 350 qm Raumfläche und auf fünf Räume mit insgesamt 130 Vitrinen. Zu sehen sind, neben einem Abriss der Entwicklungsgeschichte in der Glasproduktion, über 1300 Objekte. Darunter finden sich Barock- und Rokoko-Pokale mit besonderem Dekor und mit Inschriften, dickwandige, konische Becher und zylindrische Pokale mit Veduten der schlesischen Kurorte: Warmbrunn, Salzbrunn, Landeck und Flinsberg, zahlreiche Karaffen und Reiseflaschen. Die meisten Objekte aus Milchglas stammen aus der alten Sammlung des RGV-Museums, ihr Bestand wurde kaum erweitert.

Die heutige Sammlung zeigt Gläser aus dem Biedermeier, dem Historismus, aus der Zeit der Sezession und des Art-Deco. Diese Glasobjekte aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. stammen aus dem Museum der Josephinenhütte (ehemals in Schreiberhau) und der Fritz-Heckert Glasfabrik in Petersdorf.

In der Dauerausstellung wird ein breites Spektrum der Buntglas-Herstellung gezeigt: in der Masse gefärbt oder bunt überfangen oder Lasurglas oder mit transparenter oder Opak-Email, rosa Gläser, Gold gefärbt, rote Gläser, mit Kupfermonoxid oder mit Gold gefärbt, grünes Glas mit reichem Farbenspektrum je nach eingesetztem Metallmonoxid. Zu dieser Gruppe zählt man olivgrünes Glas (Eisenmonoxid), smaragdgrünes Glas (Kupfermonoxid), oder Grünglas mit Zusatz von Uranmonoxid, der dem Glas eine blaue Farbe gibt. Weiterhin gehören dazu schwarze Hyalith-Gläser aus südböhmischen Hütten des Grafen Bouquy sowie sog. Metall- Glas aus österreichischen Hütten des Joseph Zichs Patent-Glas. Zur Glassammlung aus der Biedermeierzeit gehören zahlreiche geschnittene Becher mit den für diese Epoche typischen Motiven und mit Genreszenen. In der Sammlung gibt es auch Patent-geschützte Gläser von Friedrich Egermann, seine berühmten „Lythialinen“ und ein Milchglasschokoladenservice mit Chamoye-Malerei. Erwähnt werden müssen unbedingt die Filigran-und Vedutengläser, das Milchglas mit Emailmalerei und das Alabasterglas aus der Josephinenhütte.

Die größte Glassammlung der Welt ist zweifelsfrei im Glasmuseum in Passau untergebracht; auf über 5ooo Quadratmeter Grundfläche sind über 15.000 verschiedene Glasobjekte aus der Zeit von 1700 bis 1950 untergebracht, Eigentum von Georg und Peter Höltl. In der Glasabteilung des Karkonoskie-Museums in Hirschberg werden auch Gläser der Sezession aus lothringischen, böhmischen, österreichischen und deutschen Hütten gesammelt. Besonders zahlreich sind böhmische Glasobjekte vertreten, darunter Veredelungen aus Kamenicky, Senov und Novy Bor, sowie Erzeugnisse der südböhmischen Hütten Loetz-Witwe, Kralik und Söhne, Habel, Pallme-König u. Kostany und der nordböhmischen Hütte des Grafen Harrach in Neuwelt.

1995 wurden dem Museum zu Hirschberg weitere 1188 Objekte aus der ehem. Josephinenhütte übergeben. Unter ihnen sind Beispiele der künstlerischen Avantgarde aus den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jh. Sie bestätigen das hohe Niveau, auf dem schlesische Hütten gearbeitet haben und sind ein Zeugnis ihrer technologischen Entwicklung.

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Herrensitz in Schwarzbach (Czarne)   Leave a comment

„ANNO TAVSEND FVNFHUNDERT VND IM 59 IOR HABE ICH CASPER SCHOFF GOTSCH VOM KINAST VND FISCHBACH AVF SCHWARZBACH DVRCH DIE GNODE VND HVLFE DER ALLERGEWALTIGEN GOTTS DIS HAVS ANGEFANGEN ZU ERBAVEN“

Noch in den 60er Jahren des 20 Jahrhunderts befand sich dieser Schriftzug am Hauptportal des Schlosses. Die bis heute erhaltenen Wappen künden von den vorherigen Besitzern des Rittergutes: von Talkenberg, Zedlitz, Toschen, Rechenberg, Liebeteller, Hohberg und zuletzt von Schaffgotsch. Die in letzten Jahren geführten archäologischen Ausgrabungen belegen die Existenz früherer Bauten. Das Rittergut Schwarzbach wird erstmalig im Jahre 1305 urkundlich erwähnt. Das heute bestehende Gebäude stammt im Wesentlichen aus dem 19. Jh. Solche Adelssitze, wie Schloss Schwarzbach werden mit dem Prädikat „Schlesischer Hof“ („Dwór Śląski“) bezeichnet.

Zwei große Brände von 1623 und 1713, die danach durchgeführten Wiederaufbaumaßnahmen veränderten das Aussehen des Schlosses, doch sein Renaissancecharakter blieb in großen Zügen erhalten.

Seit 1679 war das Rittergut Schwarzbach samt Dorf im Besitz der Stadt Hirschberg. Die letzten deutschen Pächter – Familie Rahm – hat das Schloss 1946 verlassen müssen. Wie so oft in solchen Fällen wurde im Dorf eine LPG gebildet, das Schloss verwandelte sich in eine Ruine, in den 70er Jahren des 20. Jh. war es sogar zum Abriss vorgesehen.

Im Frühling 1981 jedoch, infolge der Entstehung einer freien bürgerlichen ökologischen Bewegung (ermöglicht durch die Entstehung der SOLIDARNOŚĆ), entstand die Idee zur Rettung des Denkmals. In den Jahren 1983-1987 wurden die ersten dringend nötigen Sicherungsarbeiten durchgeführt. 1988 wurde das Schloss Sitz des Zentrums für Ökologische Kultur (EKO). Ziel dieser Organisation ist die ökonomischen Interessen mit ökologischen Prinzipien zu vereinigen. Am 1. August 1990, also kurz nach der Wende, wurde von der EKO eine „Stiftung für ökologische Kultur“ (FKE) als nichtkommerzieller Projektträger gegründet.

Aus von der EU gewonnenen Mitten konnten die ersten nötigsten Arbeiten durchgeführt werden, ein Teil des Schlosses konnte dann für diverse Veranstaltungen genutzt werden: Konferenzen, Schulungen, Kulturveranstaltungen usw.

Am 18. April 2008 hat die Stadt Hirschberg der FKE die Eigentumsrechte für Schloss Schwarzbach übertragen. Damit beginnt eine neue Ära für den Rittersitz und – in der Zukunft – auch für die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude, die sich heute in erschreckendem Zustand befinden.

Schloss Schwarzbach 1

Links Jacek Jakubiec – Gründer und Vorsitzender der FKE.

Innenhof des Adelsresidenz Schwarzbach

Restaurierte Fenstereinfassung

Ansicht

Allgemeinansicht des Schlosses Schwarzbach

Veröffentlicht 28/04/2008 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

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Die Geschichte des Riesengebirgsverein-Museums (Teil 1)   1 comment

In der heutigen Matejki Straße (Kaiser-Friedrich-Straße), direkt am Fuße des Kavalierbergs (heute: Wzgórze Kosciuszki) befindet sich ein ziemlich unscheinbares Gebäude mit dem Schriftzug „MUZEUM“. Auf der Frontwand, links vom Eingang eine bescheidene Tafel mit dem zweisprachigen Text: „Dr. Hugo Seydel – Gründer des Museums in Hirschberg“. Das Gebäude wurde 1912-1914 errichtet, die feierliche Eröffnung des Museums erfolgte am 14. April 1914. Wohlgemerkt: der RGV hatte bereits vor diesem Datum Räumlichkeiten angemietet, in den Exponate aus der RGV-Kollektion zu sehen waren. Lassen wir jedoch den Gründer selbst erzählen:Der Gedanke, ein eigenes Haus zur Unterbringung unseres Museums zu erwerben, beschäftigte mich schon lange. Wie aber sollte das ausgeführt werden? Der Riesengebirgsverein war finanziell nicht in der Lage, hierfür erhebliche Aufwendungen zu machen. Sollte ein vorhandenes Haus erworben, oder ein Neubau ausgeführt werden? Zeit war nicht zu verlieren, die Notlage drängte zu Entschlüssen: Zunächst musste der RGV dem Plan zustimmen. Dies geschah im Jahr 1909. […] In den Jahren 1909 u. 1910 wurden mir verschiedene Gebäude in Hirschberg und Kunnersdorf zum Kauf angeboten, von denen keines meinen Wünschen entsprach. Mir wurde sehr bald klar, dass nur ein neu zu errichtender Bau den zu stellenden Anforderungen genügen könne. Als besonders geeignet erachtete ich einen am Ende der Kaiser Friedrichstraße gelegenen, der Stadt Hirschberg gehörigen Platz, der nebenbei den großen Vorzug für mich hatte, dass er ganz nahe meiner Wohnung (Bergstr. 5) lag. Meine Besprechungen mit Bürgermeister Hartung, der unserem Hauptvorstand als Mitglied angehörte, ergeben seine Geneigtheit für diesen Plan. […] [Architekt und Baurat] Grosser erklärte sich darauf sofort bereit, einen neuen Bauplan zu entwerfen und für den Fall seiner Annahme, auch bei der Ausführung mitzuwirken; es sei die für ihn um so leichter möglich, als er im nächsten Jahr einen bedeuteten Umbau in dem Schloss Paulinum in Hirschberg, auszuführen habe. […] Baurat Grosser besichtigte den Bauplatz und äußerte als sehr erwünscht, dass derselbe nach Norden zu erweitern werde. Ich verhandelte deshalb mit dem Eigentümer des angrenzenden Grundstückes Maurermeister Lange, der sich bereit fand, die erforderlichen 348 qm Land abzutreten unter der Bedingung, dass seinem Sohn, der das väterliche Baugeschäft übernommen hatte, die Bauausführung übertragen werde. […] Nach dem Kostenvoranschlag sollte der Bau etwa 100 000 M. kosten. Dazu würden dann noch die Auslagen treten, die die innere Einrichtung u. die Anlage des Gartens erforderten. […] Im Oktober 1913 war der ganze Bau vollendet, so dass die polizeiliche Abnahme erfolgen konnte. Ende August 1913 war die Einrichtung der Innenräume nebst der Aufstellung der neuen Schauschränke und Schautische soweit beendet, dass mit dem Umräumen aus dem alten nach dem neuen Quartier begonnen werden konnte. Am 31. August 1913 wurde das Museum in dem Haus Schulstraße 12 an der Promenade geschlossen. […] Als Tag der Eröffnung des Museums war der 14. April 1914 – der dritte Osterfeiertag bestimmt worden und konnte auch an diesem Termin festgehalten werden. Viel freundliches und liebes ist mir an diesem Tag erwiesen worden, eine besondere Ehrung war für mich, dass mir durch Oberbürgermeister Hartung bei der Feier eröffnet wurde, dass Magistrat und Stadtverordnete einstimmig beschlossen hätten, einer in der Nähe des Museums vorbeiführenden Straße meinen Namen zu geben [heute: Chełmońskiego-Straße]“.

Kavalierberg

Der Weg zum Kavalierberg um 1904 (später entsteht auf der rechten Seite das Museum).

Erstes Projekt des RGV-Museums

Erster Entwurf des Museumsgebäudes.

Ansichtskarte RGV-Museum

Ansichtskarte mit dem RGV-Museum.

Veröffentlicht 22/04/2008 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

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900-jähriges Jubiläum Hirschbergs   Leave a comment

Im Jahr 1108 soll die Stadt Hirschberg entstanden sein. Moritz Vogt, ehemaliger Bürgermeister der Stadt schreibt in seiner „Illustrierten Chronik der Stadt Hirschberg“ (erschienen 1876) folgendes: Schon im Jahre 1002 soll sie [die Stadt Hirschberg], als ein unbedeutendes Marktfleckchen bestanden und zu dieser Zeit bereits ein Jahrmarkt in ihr abgehalten worden sein; mit Mauern soll sie von Boleslaus III. Distortus (Krzywousty, auf Deutsch Schiefmund), Herzog von Polen und Schlesien umgeben worden sein. […] Man hat ferner das Jahr 1108 als das der Befestigung des Ortes aus den Worten des Ambrosianischen Lobgesanges gefolgert, welche auf einer nicht mehr vorhandenen Tafel des Altars in der damaligen Hauptkirche aufgezeichnet gewesen waren.“ Allerdings wann genau Hirschberg die Stadtrechte verliehen bekommen hat – ist unbekannt. Nun hat man sich also auf das Jahr 1108 geeinigt, als das „Jahr der legendären Gründung“ und somit ist es 2008 an der Zeit, die damit verbundenen Festlichkeiten zu begehen.

Umsonst würden Sie aber in der Stadt nach sichtbaren Zeichen des Jubiläums suchen: Die am Rathaus und den Siebenhäusern eingesteckten Fahnen, ziemlich grässliches Plakat (siehe unten) dazu noch ausschließlich in polnischer Sprache – und „das einzigartige Wochenende“ zwischen dem 1. und 3. Mai bilden die Hauptpunkte der Feierlichkeiten. Im Programm finden wir also am 1. Mai:

– die Einführung des „Hirschberger Dukats“ mit einem Wert von 4 Zlotys (etwa 1,2 Euro), mit dem man in der Stadt und ihrem Weichbild in ausgewählten Plätzen zahlen kann,

– die Vorstellung der polnischen Übersetzung der Stadtchronik von Johann Karl Herbst („Chronik der Stadt Hirschberg in Schlesien bis 1847″),

– Jahrmarkt auf dem Ring, mit diversen Bänken und Ständen, unter anderem mit Konditoreiwaren der Hirschberger Süßbäcker,

– schließlich – ein Konzert von Jacek Szreniawa und seinen Gästen (wer das ist bleibt wohl ein großes Geheimnis).

Diese Veranstaltungen finden also zwischen 12.00 und 15.00 Uhr auf dem Markt statt, am Abend geht es musikalisch weiter und zwar im Kurpark in Warmbrunn, wo wir neben dem absoluten „Star“ Andreas Vollenweider andere Entertainer zu hören (und sehen) bekommen. Die Konzerte im Bad Warmbrunn beginnen um 17.00 Uhr.

Ein Tag später gibt es auch Musik auf dem Ring, die die Präsentation der Hirschberger Fahne und die Vorstellung der Geschichte des Stadtwappens begleiten wird. Die Veranstaltung beginnt um 17.00 Uhr.

Am 3. Mai ebenfalls um 17.00 Uhr gibt es erneut ein Konzert auf dem Marktplatz – mit der wohlbekannten in Polen Urszula Dudziak unter Teilnahme der Musiker der Philharmonie in Hirschberg.

Also nicht grad überragend diese Festlichkeiten, zumal der Großteil der Veranstaltungen bei Gott mit Hirschberg und dem Jubiläum nix am Hut haben.

Plakat 900 Jahre

Veröffentlicht 21/04/2008 von krkonos in Geschichte Hirschbergs

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Anstatt einer Einleitung…   1 comment

Ich bin geboren und aufgewachsen in Liegnitz. Was ein richtiger Schlesier ist, der liebt auch sein Riesengebirge.“ – schrieb Dr. Hugo Seydel in seinen handgeschriebenen „Erinnerungen…“ (zweisprachige, deutsch-polnische Druckausgabe: April 2008 durch Muzeum Karkonoskie [Riesengebirgsmuseum] in Hirschberg/Schlesien). Wie einfach und wie schön gesagt. Ich lebe in Jelenia Góra, dem ehemaligen Hirschberg, und möchte mit diesen Einträgen hier (die sich aufauch mir „gehörenden“ polnisch-sprachigen Blog „Nieregularnik nieperiodyczny“ stützen) von der Geographie, Geschichte und Alltag der Stadt, des Weichbilds und der Region berichten, zum Teil mit Bildern. Vielleicht wird jemand diese Schreiberei als Interessant einschätzen.

Dr. h.c. Hugo Seydel

Doktor Hugo Seydel

Veröffentlicht 21/04/2008 von krkonos in Uncategorized

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