
In einer kleinen Filialkirche zu Emsdetten – Ahlintel hängt sie: die Glocke aus der katholischen Kirche in Schmiedeberg. Sie wurde vor dem Kriegsende aus Schlesien ins Ruhrgebiet, nach Essen in die Krupp-Werke verfrachtet; mit dem Ziel, sie einzuschmelzen und Munition herzustellen. Doch es kam anders: der Krieg war bald vorbei, die Glocken blieben auf dem Werkgelände stehen. Der aus Schmiedeberg vertriebene Pfarrer Wilhelm Haunschild kam 1946 nach Emsdetten und baute die in der Bauerschaft Ahlintel gelegene Hl.-Konrad-Kirche mit einem etwa 9 meter hohem Turm. Dieser brauchte Glocken, Essen war nicht all zu weit. Und der gute Pfarrer fand dort, auf dem Fabrikgelände die Schmiedeberger Glocke. Sie wurde nach Emsdetten transportiert und um 1951 auf den Turm gehievt.

Die Aufschrift auf der Glocke lautet:
WANN IHR CHRISTEN HOERT UNSERN KLANG, SO KOMPT EILEND, SEUMT EUCH NICHT LANG, HOERT GOTTES WORT, WELCHS ZEUGE TAN, WIE IHR VOR GOTT RECHT MOEGT BESTÄHN.
Signiert wurde die Glocke mit dem Stadtsiegel mit dem Schmiedeberger Wappen und der Aufschrift:
SIGILLUM CIVITATA METALL. SCHMIDEBEG 1634
was soviel bedeutet wie: Siegel der Bergstadt Schmiedeberg 1634. 
Eine wahrlich tolle Geschichte….
Von der Terrasse der Galerie „Pasaż Grodzki“ in der Altstadt von Hirschberg (Jelenia Góra).

4 Türme der Stadt

Helle Burggasse

Der Kaiserturm
Die letzten 2 Wochen wettermäßig erstaunlich: so gut, wie kein Regen; Tagestemperaturen um +15°C, etwas Bodenfrost jeden Morgen. Und diese Aussichten…!

Blick auf das in Wolken gehüllte Riesengebirge


Hirschberg mit der imposanten Kuppel der Gnadenkirche
Herbst im ehem. Redenschen Gut. Schon bald wird sich auch hier viel ändern: die Anfänge sind gemacht. Ich hoffe, dass diese Bilder aus den wundervollen Stallungen bald der Vergangenheit angehören…

Stallungen

Stallungen innen



Wie gesagt, vieles ist schon instand gesetzt worden, es ist ein langwirieger Prozess…

Haus des Gärtners

Teehaus

Der romantische Blick auf die Schneekoppe (aus dem Teehaus)

Ein Tee vor dem Teehaus
Und noch ein Hinweis auf die Ausstellung im Buchwalder Schloss


Zielna (Krautlandweg am Mühlgraben)

Haus in Jagiełły-Str. (Hausbergweg)

Bahnlinie nach Schreiberhau

Die Türme der Altstadt

Der Hausberg mit der Kuppel des Kaiserturms

Blick Richtung Grunau - und Galgenberg

Die Altstadt

Das Riesengebirge mit der Schneekoppe

Haus am Hausbergweg

Die Kuppel der Gnadenkirche

Der Aussichtsturm zu Maiwaldau (BJ 1891)

Maiwaldauer Turm

Im Inneren

Es gab mal hier eine Treppe...

Im Inneren

Die Grabkapelle der Familie Becher

Eingang mit Marmor-Säulen

Im Inneren der Kapelle

Die ehemals mit Stuck verzierte Decke

Ein Eichensarg - Opfer der sinnlosen Zerstörungswut

In der Gruft - architektonische Konstruktionselemente

Frontansicht
Es kommt Sonne nach dem Regen, klar. Und doch haben diese kurzen Minuten direkt nach einem Gewitter einen besonderen Reiz: die Sicht ist anders, die Farben ungewöhnlich…

Das Symbol schlechthin - die Schneekoppe

Die Schneegruben, noch bevor die Sonne sie beleuchtet

Dziwiszów (Berbisdorf) und die Sicht bis zum Waldenburger Bergland

Landeshuter Kamm mit den Falkenbergen

Letztendlich scheint die Sonne auch auf die Schneegruben
Es macht besonders viel Spaß, am ganz frühen Morgen, noch vor dem Sonnenaufgang, ein paar Kilometer zu wandern, um eben auf die Sonne im Bober-Katzbach-Gebirge zu warten…

Es beginnt die Show

Die Farben der Natur

Der Landeshuter Kamm (Rudawy Janowickie)

Das Riesengebirge (Karkonosze)

Landeshuter Kamm

Don Quijote und Sancho Panza - modern

Hotel Mercure - groß, aber nicht wirklich empfehlenswert

Wohnhaus in einer grünen Gegend

Mietshaus aus dem J. 1899

Warenhaus: Lange Strasse Ecke Promenade

Renovierte Mietshäuser (vollendet 2011)

Industrielle Architektur

Alte Buche im Park auf dem Kavalierberg (Wzgórze Kosciuszki)

Ein Naturstein-Profil der westlichen Sudeten (mit dem Riesengebirge)

Ausschnitt aus dem Profil mit der Schneekoppe
Dieser Beitrag stammt aus der Thüringer Landeszeitung TLZ
„Villa Wiesenstein“ in Agnetendorf erinnert an Hauptmann Die Straße ist schmal und führt steil bergauf. Wer nicht schwindelfrei ist, der verspürt ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, wenn er mal rechts, mal links der kurvigen Straße in den tiefen Abgrund schaut. Es ist der Weg nach Jagniatków, nach Agnetendorf. Dort, hoch über dem Hirschberger Tal in Schlesien, einer der schönsten Kulturlandschaften Europas, im Riesengebirge, steht die „Villa Wiesenstein“: Ein Ort,der wie kaum ein anderer die enge Verknüpfung der deutschen und der polnischen Geschichte wie der Kultur symbolisiert.
Hier hat Gerhart Hauptmann („Die Weber“, „Der Biberpelz“) von 1901 bis zu seinem Tod am 6. Juni 1946, also vor 65 Jahren, gelebt. Das Haus diente ihm als Ort der Arbeit wie der Erholung. Und es war Treffpunkt von Künstlern, Literaten und Politikern – aus Berlin, Dresden und Breslau. Das Haus ist eines von fünf HauptmannMuseen in Deutschland und Polen, die sich zu einem „Museumsverbund“ zusammengeschlossen haben. Die Villa, im Stil der Neorenaissance vom Berliner Architekten Hans Griesebach in den Jahren 1900 bis 1901 auf einem Granitfelsen errichtet, ist umgeben von einem 1,6 Hektar großen Park. 200 000 Reichsmark musste Hauptmann dafür zahlen. Ein runder, gedrungener und deshalb trotzig wirkender Turm lässt das Gebäude wehrhaft erscheinen. Dieser Turm beherbergt noch heute Hauptmanns im Originalzustand erhaltenes Arbeitszimmer. Der Manuskriptschrank steht seit 2003 wieder an seinem angestammten Platz.
Hauptmann selbst nannte die „Villa Wiesenstein“ die „mystische Schutzhülle meiner Seele“. Im Inneren schuf er sich einen Seelentempel, eine Art Pantheon. Der expressionistische Maler Johannes Maximilian Avenarius – Hauptmann und ihn verband eine langjährige Freundschaft – stattete die Eingangshalle 1922 mit Wandgemälden aus. Sie wurde zu einer „Paradieshalle“. Über der Tür zum Esszimmer ist „Das Mahl der neun Musen“ dargestellt. Über dem Eingang zum Musikzimmer ist die Heilige Cäcilia zu sehen, allerdings nicht – wie üblich – mit einer Harfe, sondern mit einer Geige: Hauptmanns zweite Ehefrau Margarethe Marshall spielte dieses Instrument. Ein weiteres Bild trägt den Titel „Ankunft eines Kindes im Himmel“. Es erinnert an das Hauptmann-Drama „Hanneles Himmelfahrt“. Eine Marmorskulptur Hanneles steht im Park in unmittelbarer Nähe des Hauses. Über der Tür zur Bibliothek befindet sich ein Gemälde, das einen Jungbrunnen zeigt. Hauptmann war der Meinung, man müsse so oft wie möglich zu Büchern greifen, denn Literatur halte jung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Hauptmann von den Sowjets, die ihn wegen seiner sozialkritischen Werke sehr schätzten, einen „Schutzschein“, der ihm zunächst Bleiberecht in Agnetendorf sicherte. Im April 1946 teilten sie ihm allerdings mit, dass Polen auf Ausreise bestehe. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen: Gerhart Hauptmann starb am 6. Juni im Alter von 84 Jahren in der „Villa Wiesenstein“. Seine sterblichen Überreste wurden nach Hiddensee überführt. Nach Hauptmanns Tod bis 1997 diente die „Villa Wiesenstein“ als Kindererholungsheim. Nach der politischen Wende in Polen verständigten sich Bundeskanzler Helmut Kohl und Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki darauf, das Haus in ein Museum und Kulturzentrum umzugestalten. So dient es heute als deutschpolnische Begegnungsstätte, in der regelmäßig wissenschaftliche Konferenzen, Symposien, Konzerte und Autorenabende stattfinden. Besucher können Paradieshalle, Arbeitszimmer, Bibliothek und Kaminzimmer besichtigen. Jedes Jahr im November wird in der Villa der Geburtstag Hauptmanns gefeiert, der im Jahr 1912 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Filme aus 1911/12 und 1930er Jahren Einen besonderen Höhepunkt kann man am Ende der Besichtigung erleben, wenn Stummfilme unter anderem von Italienreisen Hauptmanns und von der Nobelpreisverleihung gezeigt werden. In einem „Italien“-Film sieht man Hauptmann mit einem riesengroßen Hut: Er war ein großer Goethe-Verehrer. So erklärt sich auch, dass in der Eingangshalle der „Villa Wiesenstein“ die ersten Zeilen aus „Wandrers Sturmlied“ die Gäste begrüßen: „Wen du nicht verlässest, Genius / Nicht der Regen, nicht der Sturm / Haucht ihm Schauer übers Herz.“ Ihn selbst verließ der „Genius“ bis zu seinem Tode nicht. In einem Film kann man sogar Hauptmanns Originalstimme hören: Der bereits hochbetagte Dichter liest aus seinen Werken. Die Filme stammen aus der „Wochenschau“ und wurden mit Unterstützung des sächsischen Innenministeriums angekauft.
Im Jahr 2008 wurde den Betreibern des Museums und Dokumentationszentrums in der „Villa Wiesenstein“ für die Pflege des deutsch-polnischen Kulturerbes der „Niederschlesische Erfolgsschlüssel“ verliehen. Die Betreiber der fünf Hauptmann-Häuser, darunter auch das Carl und Gerhart Hauptmann-Haus in Schreiberhau in der Nähe von Agnetendorf haben 2003 eine Vereinbarung über eine Zusammenarbeit unterschrieben – ein wegweisender Schritt in der Geschichte der Nachkriegszeit in den deutsch-polnischen Kulturbeziehungen. Deutsche und polnische Museen arbeiten nun zusammen an der Realisierung gemeinsamer Ziele und bieten LiteraturInteressierten eine einmalige Chance, Hauptmanns Leben und Werk neu zu entdecken. Die Hauptmann-Museen vermarkten sich auch touristisch gemeinsam: Reiseführer, Faltblätter und Bücher erscheinen zweisprachig: in Deutsch und Polnisch.
Lioba Knipping / 06.08.11 / TLZ